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In den Sommerferien, die am 23. Juni mit Bremen und Niedersachsen in den ersten Bundesländern starten, kommen Touristen oft mit Tierschutzproblemen in Berührung. Diese reichen von einem Souvenirfoto mit einem Wildtier über Freizeitaktivitäten, wie dem Ritt auf einem Elefanten, bis hin zur Vorführung von Tieren in Shows oder Arenen. Auch „tierische Souvenirs“ sind mit Tier- und Artenschutzproblemen verbunden. Der Deutsche Tierschutzbund informiert zum Start der Urlaubssaison darüber, welche tierschutzwidrigen Praktiken sich hinter den vermeintlichen Touristenattraktionen verbergen.
 
„Oftmals werden die Tiere nur zur Belustigung der Menschen vorgeführt und gequält. Meist fristen sie ein Leben voller Entbehrungen, das den Touristen auf den ersten Blick verborgen bleibt“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir appellieren an alle Urlauber, das Leid der Tiere nicht zu unterstützen. Nur wenn Reisende entsprechende Angebote meiden, lassen sich Verbesserungen für die Tiere vor Ort erreichen.“
 
Obwohl einige Reiseveranstalter entsprechende Attraktionen bereits aus dem Programm genommen haben, sind Nachfrage und Angebot nach wie vor groß. Vielen Touristen ist dabei nicht bewusst, dass etwa Elefanten bei ihrer „Ausbildung“ zum Reittier  unterworfen werden müssen, was mit Anketten, Fesseln und Schlägen erreicht wird. Der Besuch von Delfinshows und das Schwimmen mit Delfinen fördern die fragwürdige Gefangenschaftshaltung dieser Tiere und indirekt auch den Fang freilebender Delfine, wie bei den blutigen Treibjagden im japanischen Taiji. Ebenso blutig sind auch Tierkämpfe, wie der in Spanien traditionelle Stierkampf. In den Arenen und Übungsanstalten für Toreros finden viele Tiere einen grausamen Tod. Auch in Frankreich, Portugal, Mexiko und Brasilien finden tödliche Stierkämpfe statt. Der Deutsche Tierschutzbund ruft alle Touristen dazu auf, solche Spektakel zu boykottieren.
 
Auch ein auf den der ersten Blick niedliches Foto mit einem Wildtier birgt Tierschutzprobleme: Das ständige Anfassen durch fremde Menschen stresst die Tiere enorm. Viele wurden als Jungtiere gefangen und ihre Mütter getötet. Bei nachgezüchteten Löwenjungen, die gerne als Fotomotiv zum Einsatz  kommen, ist es zum Beispiel in Südafrika keine Seltenheit, dass die halbzahmen Tiere beim „Canned hunting“ für Jagdtouristen zum Abschuss freigegeben werden, sobald sie älter und damit für Fotomotive nicht mehr brauchbar sind.
 
Weil jedes freigekaufte Tier sofort durch ein anderes ersetzt wird, raten die Tierschützer auch vom Freikaufen eines Tieres ab. Die skrupellosen Tierhändler leben von der Hilfsbereitschaft der Touristen und machen damit großen Profit. Nicht zu vergessen sind auch Tierqual-Souvenirs, wie Taschen aus Krokodilleder, Pelze oder Schnitzereien aus Elfenbein, auf die tierliebe Urlauber auch aus Artenschutzgründen lieber verzichten sollten.
 
 
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Bildunterschrift: Delfine werden zur Unterhaltung des Publikums in Shows vorgeführt. Touristen sollten solche Attraktionen meiden, um die Gefangenschaftshaltung dieser Tiere nicht zu unterstützen.
 
Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.
 

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Presseabteilung
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Um auf das Leid der Straßenkatzen in Deutschland aufmerksam zu machen, ruft der Deutsche Tierschutzbund zur Aufkleber-Aktion „Katzen brauchen Hilfe“ auf. Die Fensteraufkleber mit der Katze, die von Außen hineinschaut, stehen stellvertretend für die rund zwei Millionen Straßenkatzen, die meist zurückgezogen und für Menschen weitgehend „unsichtbar“ leben. Mit der Aktion, die Teil der Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ ist, wollen die Tierschützer die Katzen und ihr Leid sichtbar machen.
 
Straßenkatzen stammen ursprünglich von unkastrierten Hauskatzen ab, deren Besitzer sie aussetzten oder im Stich ließen. Die Population der Straßenkatzen steigt zudem, wenn sich Hauskatzen untereinander oder mit frei lebenden Katzen unkontrolliert vermehren. Als domestizierte Tiere sind Katzen nicht in der Lage, sich oder ihre Nachkommen vollständig alleine zu versorgen. Sie leiden an Unter- oder Mangelernährung, Krankheiten und Parasiten. Tagein, tagaus führen sie einen harten Kampf ums Überleben, der meist im Verborgenen stattfindet. Die Tiere leben versteckt auf Hinterhöfen oder in stillgelegten Industriegebäuden. Als Mensch bekommt man sie selten zu Gesicht.
 
Hilfe für Straßenkatzen
Selbst sehr junge Straßenkatzen können oft nur unter großem Stress und Angst an den Menschen gewöhnt werden, sodass den Tieren durch Vermittlung in ein Zuhause nicht geholfen wäre. Umso wichtiger ist dagegen, dafür zu sorgen, dass der Kreislauf der ständigen Vermehrung unterbrochen wird. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen und plädiert an Besitzer, ihre Tiere frühzeitig kastrieren zu lassen. Nur durch Kastration kann die dramatische Zahl der Katzen ohne ein liebevolles Zuhause langfristig reduziert werden. Tierfreunde können auch die Arbeit der örtlichen Tierschutzvereine unterstützen, die die Katzen an Futterstellen versorgen und sie kastrieren lassen. Ebenso leisten Spenden für die Kastrationsaktionen von Straßenkatzen einen wichtigen Beitrag zur Minderung des Katzenelends.
 
Hinweis zur Aktion „Katzen brauchen Hilfe“
Mit der Aufkleber-Aktion „Katzen brauchen Hilfe“ möchte der Deutsche Tierschutzbund das Leid der rund zwei Millionen Katzen sichtbar machen, die in Deutschland auf der Straße leben. Dafür können Interessierte die statischen Katzen-Aufkleber über www.tierschutzbund.de/katzenschutz bestellen und an die Scheibe kleben. Damit so viele Menschen wie möglich auf die Problematik aufmerksam werden, sollen die Fotos der angebrachten Aufkleber zusammen mit ‪#‎KatzenHelfen auf Facebook und Twitter gepostet werden.
 
Mehr Informationen zur Aktion: www.tierschutzbund.de/katzenschutz
 
 
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Bildunterschrift: Der Aufkleber zeigt eine Straßenkatze, die durch das Fenster hineinblickt. Die große Zahl der Tiere, die im Verborgen leben, soll dadurch sichtbar gemacht werden.
Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.
 
Weiteres Bildmaterial und das Kampagnenmotiv „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ senden wir Ihnen gerne zu.
 

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Pünktlich zur Sommer- und Urlaubszeit erklärt die neue Ausgabe DU UND DAS TIER, worauf Urlauber achten müssen, wenn der eigene Hund mit auf Reisen geht und wie er auch zu Hause gut aufgehoben ist. Neben Urlaubstipps für Tierhalter, klärt das Magazin des Deutschen Tierschutzbundes auch über das versteckte Leid tierischer Touristenattraktionen in vielen Urlaubsländern auf. Das Magazin erläutert außerdem, warum Leder nicht nur ein Nebenprodukt der Fleischindustrie ist. Zu den weiteren Themen gehören unter anderem der niedrige Milchpreis und seine Folgen für die Milchkühe, die Einwanderung des Goldschakals nach Deutschland sowie Tierschutzprobleme beim klassischen Reitsport.
 
Bei einem Urlaub mit Hund ist vor allem eine gute Planung entscheidend. In seinem Titelthema gibt DU UND DAS TIER Tipps, wie „Hund“ am besten reist und welche Unterbringungsmöglichkeiten während des Transports am sinnvollsten sind. Hat sich der Halter dafür entschieden, seinen Hund nicht mit in den Urlaub zu nehmen, zahlt es sich aus, wenn der Hund frühzeitig daran gewöhnt wurde, von einer anderen Person betreut zu werden. Im Idealfall ist der Hundesitter eine vertraute Person, die der Hund bereits kennt.
 
In vielen Urlaubsländern werden exotische Tiere als Touristenattraktionen vermarktet: ein Foto mit Vögeln auf dem Arm, das gemeinsame Bad mit Delfinen, der Ritt auf einem Elefanten oder das Füttern von Tigerbabys. Obwohl nachhaltiger und rücksichtsvoller Tourismus grundsätzlich das Potenzial hat, einen wichtigen Beitrag zum Tier- und Artenschutz zu leisten, macht das Magazin deutlich, dass die Realität meist anders aussieht: Die gefangenen und zur Schau gestellten Tiere in Gefangenschaft leiden körperlich und seelisch und mitunter gefährdet diese Art des Tourismus sogar Wildtierbestände.
 
Leder gilt als Nebenprodukt der Fleischgewinnung. Dabei verbirgt sich hinter der Industrie ein eigenes Milliardengeschäft. Der Profit der Fleischindustrie hängt nicht unwesentlich vom Verkauf der gegerbten Tierhaut ab; mehrere Fleischkonzerne betreiben eigene Gerbereien. Neben den Tieren, die bei der Häutung häufig noch leben, leiden auch Menschen und die Umwelt unter den toxischen Bedingungen der Lederindustrie: Die giftigen Chemikalien gelangen in Boden und Wasser und bleiben auch im Endprodukt zurück. DU UND DAS TIER erklärt, warum Leder mehr als nur ein Nebenprodukt ist und welche pflanzlichen und synthetischen Alternativmaterialien es für Schuhe und Handtaschen bereits gibt.
 
Hinweis an die Redaktionen: Journalisten, die das Magazin DU UND DAS TIER regelmäßig beziehen möchten, wenden sich bitte an die Pressestelle: presse@tierschutzbund.de oder 0228-60496-24.
 
Mehr Informationen finden Sie im Netz unter www.duunddastier.de. Aktuelle News finden Sie täglich unter www.duunddastier.de/news
 
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Bildunterschrift: Tierschutz zur Urlaubszeit steht im Fokus der aktuellen Ausgabe von DU UND DAS TIER.
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Der Deutsche Tierschutzbund zieht im ersten Halbjahr 2016 ein positives Fazit für das Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“: Neue landwirtschaftliche Betriebe, mehr Vertriebspartner und weitere Markenlizenznehmer belegen den Wachstumstrend für das zweistufige Label. Das Angebot an Kaufalternativen für jene, die statt pflanzlicher Alternativen weiterhin Fleisch oder tierische Produkte verzehren wollen, steigt damit ebenso stetig. Nach der aktuellen Ausweitung des Tierschutzlabels auf Legehennen und der damit verbundenen Verfügbarkeit von Eiern mit dem Label bundesweit in großen Regionen sollen auch die Milchkühe in den nächsten Monaten ins System integriert werden. Während auch die Premiumstufe Schwein stetig wächst, bleibt die Einstiegsstufe Mastschwein derzeit noch eine Herausforderung. Im Bereich Masthuhn bleibt es stabil, einzelne Händler haben u.a. ganze Hähnchen ohne Label komplett aus dem Sortiment genommen und durch gelabelte Ware ersetzt.

Neben der steigenden Verfügbarkeit in den Sortimenten ist der Labelprozess auch ein politischer Erfolg: So hat mit der Einführung des Labels die Debatte um Kennzeichnung und gesetzliche Haltungsvorschriften „katapultartig“ zugenommen. Aktuell prüft Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt die Einführung eines staatlichen Siegels für Tierschutz.

LIDL plant für den Herbst regional den Ausbau des Labelangebots im Bereich Masthühner. ALDI Süd listet als Aktion Anfang Juni Geflügel-Produkte mit dem Tierschutzlabel ein. Die regionale Verfügbarkeit von Tierschutzlabel-Produkten von Mastschweinen und –hühnern bei Vollsortimenten (EDEKA Minden-Hannover, EDEKA Südwest, famila Neumünster, Kaufland, Hit, citti-Märkte, Marktkauf, real) steigt ebenso wie bei weiteren Discountern (Netto, np. discount). Durch die Ausweitung des Tierschutzlabels auf Legehennen, sind Eier aus der Einstiegs- und Premiumstufe mittlerweile in größeren Regionen bei EDEKA Südwest, Famila, Globus, Hit und LIDL verfügbar. Zudem konnte mit Toni’s Handels GmbH ein weiterer Markenlizenzvertrag abgeschlossen werden: Damit steigt absehbar die Verfügbarkeit von Eiern mit dem Tierschutzlabel.

Damit immer mehr Tiere in der Landwirtschaft von Verbesserungen in der Haltung, bei Transport und Schlachtung profitieren, wird der Deutsche Tierschutzbund das Tierschutzlabel auch auf Milchkühe ausweiten. Geplant ist, dass bis Herbst 2016 die Kriterien feststehen und erste Zertifizierungen zum Jahreswechsel durchgeführt werden.

Die Umstellung von konventionellen Stallbauten für Mastschweine auf eine tiergerechtere Haltung im Rahmen der Einstiegsstufe ist  herausfordernd. Es zeigt sich, dass die üblichen Warmställe mit Vollspaltenböden nur mit großem Aufwand für eine deutliche Weiterentwicklung in Richtung mehr Tierschutz geeignet sind.  Fachleute des  Deutschen Tierschutzbundes arbeiten gemeinsam mit den engagierten Landwirten und Vermarktungspartnern an Lösungen, um auch für Mastschweine in solchen konventionellen Ställen deutliche Verbesserungen zu erreichen. Das gelingt, wenn auch nicht so rasch, wie es wünschenswert wäre.


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Presseabteilung
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Pressemeldung 01.06.2016 - Deutscher Tierschutzpreis 2016

Eintrag von Tierheim am 01.06.16 um 0:00 Uhr •

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Auszeichnung für Tierschützer und Tierschutzprojekte
 
Für die Verleihung des diesjährigen Deutschen Tierschutzpreises sucht der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit den Zeitschriften FUNK UHR und Super TV und unterstützt von Whiskas und Pedigree Menschen, die sich mit viel Liebe und Engagement für Tiere und Tierschutzprojekte einsetzen. Zugelassen sind sämtliche Themen, vom praktischen Tierschutz bis zur Tierschutzpolitik - für alle Tierarten. Für den Preis nominiert werden können sowohl Einzelpersonen, als auch Personen in Vereinen oder in anderen Initiativen. Bewerbungen sind bis zum 10. Juli möglich. Als Teil der Jury unterstützt Stefanie Hertel, Tierschutzbotschafterin des Deutschen Tierschutzbundes, den Preis.
 
Als treuer Begleiter, Trainingspartner, Schmusekatze oder auch Seelentröster geben Tiere ihren Haltern viel. Zahlreiche Menschen möchten dafür etwas zurückgeben und setzen sich mit Herzblut und Ideenreichtum für Tierschutzprojekte ein: Sie versorgen kranke oder verwaiste Wildtiere in Auffangstationen, gewöhnen als „Katzenstreichler“ scheue Tierheimtiere an die Nähe des Menschen oder betreuen Taubenhäuser in Großstädten.
 
Der Preis soll besonders engagierte Menschen ehren und gleichzeitig den Tieren helfen. Daher sind die Plätze eins bis drei mit insgesamt 6.000 Euro dotiert, die in die Tierschutzprojekte der Gewinner einfließen sollen. Zusätzlich wird auch dieses Mal ein tierschützerisches Lebenswerk mit weiteren 1.000 Euro prämiert. Gemeinsam mit den Zeitschriften FUNK UHR und Super TV und unterstützt von Whiskas und Pedigree, die unter anderem die Preisgelder stiften, verleiht der Deutsche Tierschutzbund den Preis 2016 bereits zum zwölften Mal.
 
Engagierte Tierschützer gesucht
Wer einen engagierten Tierschützer - oder sich selbst - für den Deutschen Tierschutzpreis vorschlagen möchte, kann das tierschützerische Engagement auf maximal einer DIN-A4-Seite vorstellen und mit bis zu drei verschiedenen Fotos an die FUNK UHR senden: FUNK UHR-Redaktion, Kennwort: "Deutscher Tierschutzpreis", Rotweg 8, 76532 Baden-Baden oder per E-Mail an: tierschutzpreis@funkuhr.de. Einsendeschluss ist der 10. Juli 2016. Aus den eingereichten Vorschlägen wählt eine unabhängige Jury die Sieger aus.
 
Mehr Informationen:
 
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Bildunterschrift: Zum zwölften Mal wird der Deutsche Tierschutzpreis an Menschen verliehen, die sich in besonderem Maße für das Wohl der Tiere einsetzen.
 
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Pressemeldung 30.05.2016 - Internationaler Tag der Milch am 1. Juni

Eintrag von Tierheim am 30.05.16 um 0:00 Uhr •

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Deutscher Tierschutzbund fordert nachhaltige Milchmarktstrategie
 
Anlässlich des Internationalen Tages der Milch am 1. Juni, macht der Deutsche Tierschutzbund auf die Tierschutzprobleme aufmerksam, die der derzeit extrem niedrige Milchpreis verursacht: Erkrankungen der Milchkühe infolge einer Zucht auf immer höhere Milchleistung, die Schlachtung trächtiger Rinder und die Wertlosigkeit männlicher Kälbchen sind aus Sicht der Tierschützer nur einige der Tierschutzprobleme, die das System und der harte Preiskampf mit sich bringen. Die Tierschützer fordern deshalb den längst überfälligen Systemwechsel weg von Billigproduktion und hin zu mehr Tierschutz. Der Deutsche Tierschutzbund ruft daher vom 30. Mai bis 5. Juni 2016 die Aktionswoche „Billigmilch-Protest“ bei Facebook aus, die Verbraucher über Hintergründe informiert und zum Umdenken anregt. Mehr Informationen zur Kampagne: www.tierschutzbund.de/billigpreise
 
„Die Grundursache für den Preisverfall ist ein Überangebot an Milch. Der harte Preiskampf wird jedoch auf dem Rücken der Tiere ausgetragen, denn an Tierschutz wird gespart. Da nützen keine kurzfristigen Hilfspakete. Wir fordern eine langfristige, nachhaltige Milchmarktstrategie, die auch dem Tierschutz einen hohen Stellenwert einräumt. Der ganze Prozess muss politisch gesteuert und vom Landwirt, dem Handel und auch dem Verbraucher aktiv begleitet werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Letztlich seien die gesundheitlichen Probleme infolge der Hochleistungszucht und die Vernichtung von zehntausenden ungeborenen Kälbern bei der Schlachtung trächtiger Kühe eine Folge des Preisdrucks.
 
Um im Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt bestehen zu können, werden Milchkühe massiv ausgebeutet. Die Züchtung auf maximale Milchleistung bringt gesundheitliche Probleme mit sich: Die Tiere leiden unter Euterentzündungen, Stoffwechselstörungen und Klauenschäden. Die Lebenszeit ist mit durchschnittlich vier Jahren extrem verkürzt. Bei nachlassender Milchleistung werden die Kühe aus dem Bestand aussortiert und geschlachtet, wobei eventuelle Trächtigkeiten billigend in Kauf genommen werden. Die Spezialisierung auf das Zuchtmerkmal Milchleistung bringt außerdem mit sich, dass männliche Kälber von Hochleistungsrassen wirtschaftlich wertlos sind. Sie geben weder Milch, noch eignen sie sich als Mastrinder, weshalb sie früh geschlachtet werden.
 
Am heutigen Milchgipfel von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt sowie in einer Debatte im Deutschen Bundestag diese Woche werden die Milchkrise und mögliche Lösungen debattiert. Der Verband fordert die Politik ausdrücklich auf, langfristig tragfähige Lösungen vorzulegen. Die bisherige Hilfspaket-Politik kann nur eine kurzfristige Unterstützung darstellen, die Ursachen der Problematik werden dabei nicht behoben.   
 
Aktion „Billigmilch-Protest“ soll Verbraucher aufklären
Neben Politik, Landwirtschaft und Handel ist auch der Verbraucher in der Pflicht, Milch nicht mehr als Billigprodukt zu sehen, sondern einen fairen Milchpreis zu akzeptieren. Der Deutsche Tierschutzbund erweitert daher seine Billigfleischkampagne um das Thema Milch und ruft vom 30. Mai bis 5. Juni 2016 die Aktionswoche „Billigmilch-Protest“ bei Facebook aus, die Verbraucher über Hintergründe informiert und zum Umdenken anregt.
 
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