Thüringen schafft Rasseliste ab

Eintrag von Tierheim am 02.02.18 um 9:17 Uhr •

Das Land Thüringen schafft die Rasseliste ab

American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Co. gelten in Thüringen demnächst nicht mehr per se als gefährliche Hunde. Nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein hat in der vergangenen Woche auch der Landtag in Thüringen entschieden, die umstrittene Rasseliste abzuschaffen. Nach der Veröffentlichung der Änderung des „Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren“ im Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt wird in Thüringen in Zukunft kein Hund mehr allein aufgrund seiner Rassezugehörigkeit als gefährlich gelten. Für TASSO ist das ein Grund zur Freude und eine weitere Bestätigung für die Forderung, Rasselisten deutschlandweit abzuschaffen. Denn in immerhin 13 deutschen Bundesländern werden nach wie vor zahlreiche Hunderassen völlig willkürlich und ohne wissenschaftliche Grundlage als gefährlich angesehen. TASSO appelliert daher an die verbliebenen deutschen Bundesländer dem Beispiel der drei Vorreiterländer zu folgen.

„Rasselisten haben in der Vergangenheit keinen effektiven Beitrag zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden geleistet. Dies belegen auch die zuletzt veröffentlichten Zahlen, denen zufolge von den 415 Beißvorfällen in Thüringen lediglich neun von den gelisteten Hunderassen verursacht wurden“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. „Die Einstufung eines Hundes als gefährlich aufgrund seiner Rassezugehörigkeit ist wissenschaftlich unhaltbar und unseriös.“

Eine bundesweit einheitliche Hundegesetzgebung ohne Rasselisten ist daher eine wichtige Forderung von TASSO. „Uns ist bewusst, dass die Hundegesetze und -verordnungen in den Bereich der Gefahrenabwehr fallen und somit Kompetenz der Länder sind. Dennoch ist der derzeitige Flickenteppich aus den unterschiedlichsten Regelwerken weder für den Bürger noch für Hundehalter nachvollziehbar und zielführend“, findet Mike Ruckelshaus.

Auch für die überfüllten Tierheime in Deutschland wäre die Abschaffung der Rasselisten eine Erleichterung. „Hunde der gelisteten Rassen, die in der Vergangenheit nahezu nicht vermittelbar und oft jahrelang im Tierheim untergebracht waren, erhalten dann wieder die Chance auf ein neues Zuhause“, weiß Mike Ruckelshaus. Das Beispiel aus Thüringen zeigt: Der beharrliche Widerstand und unermüdliche Einsatz gegen die Rasselisten lohnt sich.

Quelle: TASSO Newsletter

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Kennzeichnungspflicht gefordert

Eintrag von Tierheim am 01.02.18 um 9:50 Uhr •

31.01.2018 

Notwendig, machbar, kostengünstig 

Expertennetzwerk fordert bundeseinheitliche Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen 

Warum eine bundesweit einheitliche Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Heimtiere unerlässlich ist, haben die Experten des Netzwerks „Kennzeichnung und Registrierung (K&R)“ gestern im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in Berlin erläutert. Nach der Eröffnungsrede des saarländischen Umweltministers Reinhold Jost, der das Anliegen des Netzwerks unterstützt, appellierten die Experten an die anwesenden Abgeordneten des Deutschen Bundestages, endlich die Notwendigkeit einer solchen Regelung zu erkennen. Anschließend präsentierten sie einen konzeptionellen Vorschlag zur Umsetzung. 

Seit vielen Jahren fordern Fachleute von der Politik eine bundeseinheitliche Pflicht zur Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen. Eine solche Regelung würde erhebliche Verbesserungen, vor allem in Form von Transparenz, in den Bereichen Tiergesundheit, Tierschutz, Rechtssicherheit und Vollzug, Verbraucherschutz, öffentliche Gesundheit und Wirtschaftlichkeit mit sich bringen. Durch die schnellere Rückvermittlung von Fundtieren könnten Kommunen und Tierheime dauerhaft entlastet werden. Und nicht zuletzt könnte durch eine verpflichtende Rückverfolgbarkeit der illegale Welpenhandel erheblich eingedämmt werden. Dennoch gibt es in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen EU-Mitgliedstaaten bis heute keine einheitlich geregelte Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht. Und das, obwohl die Umsetzung schon mit wenig bürokratischem und finanziellem Aufwand möglich wäre. 

„Mit einer bundeseinheitlichen Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen könnten wir vieles auf einmal erreichen“, sagt Dr. Hans-Friedrich Willimzik, Landesbeauftragter für Tierschutz des Saarlandes und Leiter des Netzwerks „K&R“. „Jetzt ist es an der künftigen Bundesregierung, unsere Forderung und den erarbeiteten Vorschlag zur Umsetzung zu überdenken und am Ende auch umzusetzen.“

„Eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht wäre ein großer und wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Bis dahin appellieren wir an alle Tierhalter, ihre Tiere kennzeichnen und bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, kostenfrei registrieren zu lassen.“ 

Das Konzept Registerverbund

In einigen EU-Mitgliedstaaten gibt es bereits Modelle mit mehreren Registern, die in einem einzigen Datenbanksystem miteinander vernetzt sind. Eine solche Lösung wäre laut den Experten des Netzwerks „K&R“ auch eine optimale Lösung für Deutschland. So könnte auf mehr als zehn Millionen bereits registrierte Tiere aus den bestehenden Registern zurückgegriffen werden, ohne diese Daten kostenintensiv und mit hohem administrativem Aufwand erneut zu erheben. Die mit hohen Kosten verbundene Einrichtung und Verwaltung einer neuen Datenbank würde bei einem solchen Modell entfallen. Lediglich die Entwicklung einer speziellen Software, die alle Register im Verbund miteinander vernetzt, sowie die Bereitstellung eines Webservices durch alle angeschlossenen Register wären vonnöten. Tierhalter oder Finder von entlaufenen Tieren sowie öffentliche Stellen wie Städte, Gemeinden oder die Polizei könnten nach diesem Modell über individuell auf sie angepasste Abfragemöglichkeiten ihre Anfragen stellen. Darüber hinaus wäre ein solches System kompatibel mit einer europaweiten Kennzeichnung von Hunden und Katzen, wie sie vom Europaparlament seit Jahren gefordert wird.

 Das Netzwerk K&R

Das Netzwerk „Kennzeichnung und Registrierung (K&R)“ ist ein interdisziplinärer Arbeitskreis von Experten unter der Leitung des Landesbeauftragten für Tierschutz des Saarlandes, Dr. Hans-Friedrich Willimzik, mit dem Ziel, dass in Deutschland die Rechtspflicht zur Kennzeichnung und Registrierung für Hunde und Katzen eingeführt wird. Deutschland ist hier Schlusslicht in Europa, zusammen mit vier weiteren Mitgliedstaaten. Die gravierenden Probleme, wie beispielsweise der illegale Welpenhandel, die stetige Zunahme von Straßenkatzen sowie überfüllte Tierheime, können nur mit einer stringenten europaweit und national harmonisierten vollständigen Rückverfolgbarkeit von Tierhaltern und Heimtieren gelöst werden.

Weitere Hintergrundinformationen zur Arbeit des Netzwerks „K&R“ sind auf der neuen Internetseite www.heimtierverantwortung.net zu finden.

 

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Wieder telefonisch erreichbar :-)

Eintrag von Tierheim am 25.01.18 um 15:37 Uhr •

Unsere Telefonanlage funktioniert wieder! Herzlichen Dank an Herrn Anton Jackl - Sie sind unser Held...

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Spendenaktion Fressnapf

Eintrag von Tierheim am 24.01.18 um 17:31 Uhr •

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Reich beschenkt wurden wir vom Fressnapf Regensburg. Wir sagen im Namen unserer Tiere ein herzliches "Vergelts Gott" für die vielen vielen wunderschönen Sachspenden!

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5. Geburtstag "Für mehr Tierschutz"

Eintrag von Tierheim am 20.01.18 um 20:00 Uhr •

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Pressemeldung

 

19.01.2018

Fünf Jahre Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“

Das Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes ist seit fünf Jahren auf dem Markt. Insgesamt halten heute über 200 Betriebe ihre Tiere – Mastschweine, Masthühner, Legehennen und Milchkühe - unter den Kriterien des Tierschutzlabels. Entsprechende Produkte sind bei mittlerweile 19 Handelsunternehmen - teils bundesweit und teils in immer größeren Regionen - zu finden. Trotz bestehender Herausforderungen, etwa im Hinblick auf Markt- und Strukturfragen, entwickelt sich das Labelprogramm sehr positiv und wächst stetig.  

„Der Wunsch – wenn nicht sogar die Forderung - der Verbraucher nach mehr Tierschutz in der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist stärker denn je“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Politik hat es bis heute nicht geschafft, gesetzlich geregelte Verbesserungen für die Tiere zu schaffen, geschweige denn eine solide Tierschutzkennzeichnung zu etablieren. Initiativen der Branche, wie die Initiative Tierwohl, sind aus Tierschutzsicht gescheitert. Deshalb gehen wir unseren Weg mit dem Tierschutzlabel weiter – um jetzt und sofort die Situation der Tiere zu verbessern und ein spürbares Mehr an Tierschutz zu realisieren.“ Grundpfeiler des Labelprogramms sind Tierschutzstandards, die zu wissenschaftlich erwiesenen Verbesserungen für die Tiere führen, wie etwa ein deutlich erhöhtes Platzangebot, geeignete Beschäftigungsmaterialien in ausreichenden Mengen, Strukturierung der Haltungsumgebung und im Premiumstandard Kontakt zu Außenklima. Die Einhaltung der Standards wird in unangekündigten Kontrollen durch unabhängige Zertifizierungsgesellschaften überprüft.

Entwicklung positiv, Herausforderungen bleiben

Insbesondere zufrieden ist der Verband mit dem Tierschutzlabel in der Premiumstufe für Mastschweine, der Entwicklung im Bereich der Legehennen und dem soliden Angebot im Bereich der Masthühner. Das Label für Milchkühe ist vor einem Jahr erfolgreich angelaufen und entwickelt sich ebenfalls sehr vielversprechend. Im kommenden Jahr rechnet der Deutsche Tierschutzbund mit einer erheblichen Steigerung bei der Zahl der teilnehmenden Betriebe. Der Ausbau der Einstiegsstufe Schwein stagniert weiterhin, weil die Umstellung von konventionellen Warmställen mit Vollspaltenböden auf eine tiergerechtere Haltung sowie auch die Problematik des Schwanzbeißens nach wie vor herausfordernd bleiben. Auch die Realisierung kurzer Transportwege ist aufgrund der dezentralen Strukturen bisweilen schwierig. Zwar ist die Marktdurchdringung nach wie vor noch eher gering, aber immer mehr Handelsunternehmen bekennen sich zum Tierschutzlabel und das Angebot wächst stetig.

Hintergrund Tierschutzlabel:

Die Entwicklung des Tierschutzlabels stand von Anfang an auf einem breiten wissenschaftlichen Fundament. Die ersten Grundlagen wurden an der Universität Göttingen, in der Initiativgruppe „Tierwohl-Label“, erarbeitet. Mit der Übernahme der Trägerschaft für das Label durch den Deutschen Tierschutzbund 2011 nahm auch der Labelbeirat – bestehend unter anderem aus Vertretern der Wissenschaft, der Landwirtschaft, der Vermarkter, des Handels – seine begleitende Tätigkeit auf. Die Erarbeitung der Standardsetzung erfolgt in Facharbeitsgruppen, die - wie der Beirat - aus Experten aller betreffenden Interessensgruppen bestehen. Das Tierschutzlabel wird auch mit Forschungsprojekten und Studien in seiner Entwicklung begleitet. 

Mehr Informationen auf: www.tierschutzlabel.info

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Pelzkennzeichnung täuscht Verbraucher weiterhin

Eintrag von Tierheim am 24.12.17 um 8:49 Uhr •

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Erneuter Test nach einem Jahr:

Falsche Pelzkennzeichnung täuscht weiterhin Verbraucher

 

Der Deutsche Tierschutzbund und VIER PFOTEN haben erneut Kleidungsstücke mit Echtpelz auf ihre Kennzeichnung hin untersucht. Das Ergebnis fiel ähnlich aus wie bereits im Dezember 2016: Fast 90 Prozent der getesteten Kleidungsstücke waren nicht korrekt gekennzeichnet. Die Tierschützer fordern von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene endlich für eine transparente und verbraucherfreundliche Kennzeichnungsregelung einzusetzen.

 

Mitarbeiter vom Deutschen Tierschutzbund und VIER PFOTEN haben für ihre Tests vor allem Geschäfte in München und Hamburg ausgewählt, bei denen ihnen bereits bei der letzten Pelzrecherche vor einem Jahr Verstöße gegen die geltenden Kennzeichnungsregelungen aufgefallen waren. Auch Wochen- und Weihnachtsmärkte wurden untersucht. Bei 44 von insgesamt 49 untersuchten Textilprodukten, darunter Jacken und Mützen mit Echtpelzbesatz, fehlte die durch die EU-Textilkennzeichnungsverordnung vorgeschriebene Kennzeichnung komplett. Das jeweilige Etikett gab keine Information dazu, dass das Produkte „Bestandteile tierischen Ursprungs“ enthält. Bei 19 dieser Produkte wurde zwar Pelz auf dem Etikett erwähnt, jedoch mit für den Verbraucher irreführenden Bezeichnungen wie „Marmot“ (Murmeltier), „Badger“ (Dachs) oder „Raccoon“ (Waschbär) – und das, obwohl davon auszugehen ist, dass in den meisten Fällen das Fell des Marderhundes zum Einsatz kam.

 

Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund:

„Ein Jahr nach unserer letzten Recherche zeigt sich leider, dass Kontrollbehörden und Händler nicht reagiert haben. Es hat sich nichts geändert; der Verbraucher kann sich noch immer nicht darauf verlassen, ein Echtfellprodukt auch als solches zu erkennen.“

 

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:

„Verbraucher können nach wie vor aufgrund falscher oder fehlender Kennzeichnungen keine bewusste Kaufentscheidung treffen. Wenn eine Mütze mit echtem Pelz-Bommel als ‚100 Prozent Acryl‘ gekennzeichnet wird, ist das Verbrauchertäuschung. Eine klare Kennzeichnung ist lange überfällig.“

 

Die Tierschützer haben im Nachgang der Recherche die Ordnungsbehörden in Hamburg und München sowie die Verbrauchzentrale informiert und werden einen Appell an die betroffenen Händler richten, entsprechende Produkte aus dem Sortiment zu nehmen.

 

 

Hintergrund:

 

Pelzrecherche 2016

Als Mitglieder der „Fur Free Alliance“, einem internationalen Zusammenschluss von Organisationen gegen das Halten und Töten von Tieren zur Pelzgewinnung, haben VIER PFOTEN und der Deutsche Tierschutzbund im Oktober und November 2016 gemeinsam 87 Kleidungsstücke aus 49 Geschäften in Hamburg, Berlin, Köln, Augsburg und München untersucht. Die Produkte stammten aus Boutiquen und von Straßenständen, aus bekannten nationalen und internationalen Modeketten und Kaufhäusern sowie von Luxuslabeln und bewegten sich in einem preislichen Rahmen von 8 bis 1.195 Euro.

79 der begutachteten Kleidungsstücke wären nach EU-Vorgabe kennzeichnungspflichtig, doch bei 50 Prozent fehlte der vorgeschriebene Hinweis im Etikett. Bei Produkten unter 50 Euro fehlte der Hinweis sogar bei über 80 Prozent. Bei Artikeln unter 10 Euro fehlte die vorgeschriebene Kennzeichnung bei 100 Prozent. Die Studie von 2016 ist hier verfügbar: www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Publikatonen_andere/Report_Pelzkennzeichnung_Deutschland.pdf 

 

Verwirrung durch EU-Kennzeichnungsregelung

Seit Mai 2012 gilt die neue EU-Kennzeichnungsverordnung: Textile Kleidungsstücke müssen gemäß Artikel 12 der Verordnung mit dem Hinweis „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet werden. Ob es sich bei den ‚tierischen Teilen‘ einer Jacke um die Daunenfüllung, den Lederriemen am Reißverschluss oder um die Echtpelzverzierung der Kapuze handelt, ist dabei nicht erkennbar. Erschwerend kommt hinzu, dass die Verordnung nur gilt, wenn die Kleidungsstücke zu mindestens 80 Prozent aus Textilgewebe bestehen. Wenn Produkte, wie Pelzmäntel oder Lederhandschuhe mit Fellbesatz, zu mehr als 20 Prozent aus tierischem Material bestehen, gibt es gar keine Kennzeichnungspflicht mehr. Bei Schuhen und Accessoires gibt es diese grundsätzlich nicht.

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